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Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von timeless » 1. Jul 2018 08:20

Ja, "Verträge" gibt es auch zwischen ambulanten Therapeuten und Klienten auch. Sogar zum Teil zwischen Betreuern.
Beispielsweise habe ich mir eine betreute Wohnform angesehen vor "Kurzem". Menschen, die sich selbstverletzen, wurde als Beispiel genannt, zwischen einigen besteht die Abmachung, dass nach der Selbstverletzung 24-72 Stunden kein Kontakt zur Betreuung aufgenommen werden kann/soll. Diese Abmachung hilft offenbar einigen Menschen, anders sich Unterstützung zu holen, wenn es darauf ankommt.

Bei Essstörungen gibt es auch oft die Vereinbarung, dass ab einem bestimmten BMI eine Zwangseinweisung erforderlich ist, bzw. die Therapie aufhört. Meinst Du solche Vereinbarungen?

Sonst, so nehme ich an, ist "alles erlaubt", wo Du meinst, dass es für Dich hilfreich ist.

Zum Beispiel habe ich in der Arbeitstherapie mit meiner Kontaktperson einen Vertrag geschlossen, dass ich nur 3 Monate durchhalte, um dies als "Erfolg" zu sehen. Obwohl die Kostengenehmigung für ein Jahr galt. 3 Monate sind absehbar gewesen für mich und ich wollte durchhalten. Ein Jahr hat mich aber massiv unter Druck gesetzt. Dieser Vertrag wurde so geschlossen und inzwischen bin ich 3 Jahre dort und brauche diese "Brücke" nicht mehr. Ich glaube, ich bin die einzige (gewesen) mit dieser "Vereinbarung". Und diese *Idee* kam von mir....

Daher: Frage Deine Kontaktperson, was Du Dir vorstellst. Wenn es für Dich sinnvoll ist, dann ist es sinnvoll, sich darüber Gedanken zu machen :)




Die DBT ist deswegen -für mich- schwierig gewesen, weil -ich- so einiges widersprüchlich empfunden habe. Das lag aber nicht an den Unterlagen direkt (nehme ich an), sondern der Widerspprüchlichkeit bei der Vermittlung der Inhalte.

Zum Beispiel wird vermittelt, dass es wichtig ist, seine Grenzen wahrzunehmen und zu beachten. Als dies getan wurde, wurde dieses Verhalten allerdings als "dysfunktional", also als schädigend eingestuft, weswegen eine Verhaltensanalyse nötig gewesen ist.

Konkret ging es zum Beispiel darum, dass eine Erkältung noch nicht *losgelassen* hat. Zudem die Nacht kaum geschlafen, aufgrund von Vorbereitungen für den neuen Tag. Die Auswirkungen, typische Übermüdungserscheinungen: Kreislaufprobleme, eingeschränkte Wahrnehmung und Sicht, *stärker* Hören.... kaum Konzentration,....
Und dann wurde kurzerhand ein Ausflug mitgeteilt und ungeplantes ist sowieso schwierig. Vor allem in einer Umgebung, die ich nicht kenne und besonders aufmerksam sein müsste (Reize filtern: innen koordinieren, außen aufpassen,...).
Ich hätte nichts verpasst bei diesem Auflug. Ich hätte eher diesen Spaziergang *gesprengt*, wenn tatsächlich mein Kreislauf aufgegeben hätte. Somit entschied ich, nicht an diesem Ausflug/Spaziergang teilzunehmen.

Ich wurde nicht ernstgenommen. Die Verhaltensweisen wurden als "psychotisch" angesehen, obwohl nie vorher und auch nachher diese Diagnose nie stand. Und selbst wenn es psychotisch gewesen wäre, dann ist ausruhen die bessere Variante (Kopf entlasten).


Ja.... ein Beispiel von einigen, das ich noch versuche einzuordnen. Obwohl es glaube ich nichts zum Einordnen gibt, weil es einfach nur "doof gelaufen" ist.

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von Josy » 27. Jun 2018 19:14

Hallo timeless,

magst du etwas dazu sagen, warum die Erfahrungen in Gruppen eher negativ waren?

timeless hat geschrieben:Josy, ist Deine Frage noch aktuell, wegen des Vertrags?
Und wenn ja, welche Art von "Verträge" meinst Du?


So, wie ich Gaby weiter oben verstanden habe, werden diese Verträge zwischen Patient und Klinik geschlossen - mit unterschiedlichen Inhalten. Mir ging dabei durch den Kopf, ob sich nicht auch das "mit in den Alltag nehmen" lässt - man könnte so einen Vertrag zu bestimmten Themen, die besonders kritisch sind, mit sich selbst oder dem ambulanten Therapeuten schließen. Und ja, die Frage ist noch aktuell :)

Liebe Grüße Josy

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von timeless » 22. Jun 2018 19:49

Hallo,

das Thema mag ich auch aufgreifen, weil ich es auch im Grunde als sehr wertvoll erachte, auch wenn ich mit Gruppen eher negative Erfahrungen gemacht habe. Und das der Beitrag bereits 2 Jahre zurückliegt, finde ich schade.

"Stockkampf" als Element kenne ich gar nicht.... aber vielleicht kann es verglichen werden mit Bogenschießen? - Also Konzentration, Koordination, Wertschätzung (Grenzen beachten), Stresstoleranz, Achtsamkeit, Umgang mit Gefühlen.... ja, auch da sind wohl alle Elemente erhalten, die die DBT vermittelt.



Josy, ist Deine Frage noch aktuell, wegen des Vertrags?
Und wenn ja, welche Art von "Verträge" meinst Du?


Haben vielleicht nun auch andere Erfahrungen mit der DBT? :)

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von Josy » 2. Mär 2016 15:28

Gaby hat geschrieben:Außerdem wurden dort mit den meisten Verträge abgeschlossen.


Ist auch das ein Punkt, der sich mitnehmen lässt in den Alltag?

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von Gaby » 15. Feb 2016 23:42

das macht so Spaß. Ich hatte zu Beginn so Angst, daß ich irgendwann Wut bekomme, mich nicht kontrollieren kann usw. Aber...das läuft echt anders ab...klar, wenn dein Kampfpartner/"Gegner dir zusetzt, also zB in Kraft und Tempo der Schläge...da grummelts logisch im Bauch, möchtest ihm ja gewachsen sein....aber es kam nicht einmal zu irgend etwas unkontrolliertem . Konzentration, Koordination, Kraft, Tempo....alles ist da dabei :-)

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von tara » 13. Feb 2016 17:59

Dann ist es das, was ich einmal in der Woche genau gegenüber live erleben kann. :)
Es ist eine asiatische Schule die verschiedenes anbietet unter anderem eben auch einmal in der Woche einen derartigen Stockkampf.
Die Fenster zu der Schule sind bodentief und man kann von außen hinein sehen. Ich bewundere das immer, wieviel Konzentration und Koordination da erforderlich ist.

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von Gaby » 13. Feb 2016 16:59

Stockkampf....ist Escrima...kommt glaub von den Philippinen. Man "kämpft" mit kurzen, oder langen Stöcken. Es gibt verschiedene Schlagübungen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Es fördert Kraft und vor allem Koordination :-). Die Abläufe sind (in der Therapie zumindest) immer gleich. Es gibt einen 1ser Schlag, 2er Schlag 3er, 4er, 5er und 6er-Schlag. Hier ist es ganz gut zu sehen. Das was dann im Video gezeigt wird, macht der Gegenüber auch. Also "klackern" die Stöcke aneinander. Wenn man da fit drin ist, geht das auch in einer großen Geschwindigkeit und mit viel Kraft :-)

https://www.youtube.com/watch?v=ty5RObqRcXo

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von Josy » 8. Feb 2016 20:25

Wie genau stelle ich mir den Stockkampf vor?

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von FenIce » 8. Feb 2016 19:34

Also ich habe auch in der Klinik DBT-Programm durchlaufen und wie Gaby es so schön formuliert hat....ich profitiere heute auch noch unheimlich davon. Gerade was Achtsamkeit angeht und das Skill-Training, die Skill-Ketten...ich bin sehr froh, dieses Programm kennengelernt zu haben.

Re: DBT - die "Dialektisch-Behaviorale-Therapie"

Beitrag von Gaby » 8. Feb 2016 12:28

ich habe auch während einem stat. Aufenthalt das DBT Programm durchlaufen. Das beinhaltete hier: Skillsgruppe, Basisgruppe, Selbsthilfegruppe, Stockkampf (Achtsamkeit war bei der Skillsgruppe dabei) Außerdem wurden dort mit den meisten Verträge abgeschlossen.
Ich fand es extrem hilfreich und profitiere da heute noch davon.

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