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Filme, Bücher mit Thema Gewalt, Mißbrauch

Beitrag#1von Gaby » 6. Feb 2016 22:52

Josy fragte mich vor kurzem warum ich mir solche Filme anschaue. ...interessante Frage wie ich finde. Ich glaube da steckt einiges dahinter. Zum einen mit Sicherheit, daß ich der Meinung bin, solche Bücher und Filme kann es gar nicht genug geben, einfach wegen der Aufklärung und...sie gehören auch geguckt/gelesen. Zum anderen....das Gefühl....ich bin nicht alleine...DAS gibt es tatsächlich und überall! Vielleicht auch so eine Art Zwang hinzugucken? Kennt ja vielleicht jemand....wenn etwas ganz schlimm, ekelig usw. ist...man eigentlich gar nicht hingucken möchte...guckt man um so mehr und um so intensiver...
Ich weiß es nicht genau. Ich hab mir noch nie drüber Gedanken gemacht, warum es so ist. Wie ist es bei euch? Wißt ihr warum?

ach ja...bei mir ist es auch so...Bücher kann ich immer lesen...Filme aber nicht immer gucken.
...du kannst mich anfassen...doch kannst du mich auch berühren...?
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Re: Filme, Bücher mit Thema Gewalt, Mißbrauch

Beitrag#2von Tammy » 7. Feb 2016 01:01

Liebe Gaby,

bei mir ist es umgekehrt.
Bei solchen Themen kann ich es besser anschauen als lesen.
Beim Lesen geht oft meine Fantasie mit mir durch, was beim Film nicht so wirklich geht da die Gedanken irgenswie vorgegebe sind. Find ich.

Liebe Grüsse
Tammy
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Re: Filme, Bücher mit Thema Gewalt, Mißbrauch

Beitrag#3von Josy » 8. Feb 2016 09:48

Voraus gegangen war eben die Ankündigung eines Films, in dem es um Entführung, Versteigerung und Missbrauch von Kindern geht. Was mir ins Auge fiel, waren die Überlegungen vor dem ersten Teil, dass es abhängig ist von der Stabilität an diesem Tag, ob der Film angesehen wird oder nicht. Nach dem ersten Teil dann die Beschreibung, dass der Film Wut, Trauer, Ekel und Schmerz auslöste und die sichere Aussage, dass der zweite Teil auch geschaut wird. Und dabei hatte ich dann eben die Frage im Kopf: Warum macht man das - gerade in einer Situation, in der keine durchgehende Stabilität da ist? Es ist ja im Grunde das Hinzufügen weiterer Belastungen und die ausgelösten Gefühle (Wut, Trauer, Ekel, Schmerz) tragen ja alle nicht dazu bei, sich besser zu fühlen oder stabiler zu werden.

Ausdrücklich nicht, um das zu kritisieren oder in Frage zu stellen (jeder hier ist erwachsen und entscheidet für sich), sondern um die Beweggründe zu verstehen. Und gerade das finde ich interessant, um andere und auch sich selbst besser zu verstehen und eben gemeinsam zu schauen: Kenne ich das auch? Wenn ja: In welchen Bereichen, was sind die Gründe? Wie ist das bei anderen - sind die Hintergründe völlig verschieden oder gibt es Gemeinsamkeiten?

Einen Punkt gibt es, der schon in der Diskussion um den Film angesprochen wurde und der auch hier erwähnt wird, der mir noch nicht ganz klar ist: Dass diese Themen immer noch tabuisiert sind, dass man solche Filme deshalb ansehen sollte, dass sie wichtig sind um aufzurütteln und zu sensibilisieren.
Dass in diesem Bereich noch wahnsinnig viele Veränderungen nötig sind, sei es im Bewusstsein der Gesellschaft, sei es bei den Gesetzen oder beim Umgang mit Betroffenen - das sehe ich absolut genauso.
Was mir unklar ist: Die meisten (alle?) hier im Forum haben aus meiner Sicht dieses Bewusstsein längst - aus ganz unterschiedlichen Gründen. Gespräche mit anderen Betroffenen, Beiträge im Forum über die Jahre, eigene Erfahrungen usw. Dieses Bewusstsein muss also nicht geschaffen werden, es ist schon da. Und an dem Punkt rätsele ich, warum es dann im Wissen dass es ungute Reaktionen nach sich zieht, angeschaut werden sollte.

Soweit mal als Einstieg - sonst wird es zu lang und unübersichtlich.
Richte den Blick nach innen und du findest tausend Gebiete, die noch unergründet in deines Geistes Tiefe liegen. Bereise sie, und sei Gelehrter deiner inneren Kosmographie.
Henry David Thoreau (1817 - 1862)
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Re: Filme, Bücher mit Thema Gewalt, Mißbrauch

Beitrag#4von Gaby » 8. Feb 2016 14:28

ich denke diese Filme werden von Menschen geguckt die selbst betroffen waren/sind. Wäre interessant das mal zu erörtern, wie viele Nichtbetroffene die gucken. Wenn nun aber auch die nicht mehr schauen, dann gibts keine Quoten, das bedeutet, sie werden nicht mehr gesendet alles versinkt im Niemandsland. Ich bin der Meinung, wenn auch nur 1 Nichtbetroffener das guckt ist schon etwas gewonnen.

Ich weiß nicht, vielleicht ist es auch ein perfides Ding.....sich das anzuschauen
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Re: Filme, Bücher mit Thema Gewalt, Mißbrauch

Beitrag#5von Josy » 8. Feb 2016 21:43

Gaby hat geschrieben:Wäre interessant das mal zu erörtern, wie viele Nichtbetroffene die gucken.


Und was sie darin sehen. Ob sie tatsächlich etwas sehen, das real passiert und im Film nachgestellt wurde. Oder ob es für sie irgendeine erfundene Geschichte wie in anderen Krimis auch ist.

Was das Ansehen und Lesen angeht (oder auch andere Situationen, die ähnlich wirken) finde ich es gar nicht so übel, sich selbst vorab zu fragen: Warum will ich mir das ansehen / das lesen?

Filme an sich schaue ich ja keine - also weder TV noch Kino noch DVD. Was ich mir schon mal ansehe, sind Videos, wenn ich Musik höre. Dort begegnete mir irgendwann eins, das ich zunächst ausmachen musste. Allerdings störte mich das, weil mich das eingeschränkt hätte - somit blieb ich dran, bis es mir nichts mehr ausmachte.
In anderen Situationen ist es mir "den Preis" aber auch nicht wert. Zum Beispiel habe ich im alten Forum lange die Links zu Videos geprüft. Irgendwann stieß ich auf eins mit einer Steinigung (die tatsächlich so passierte und im Film dann nachgestellt wurde). Das ist mir dermaßen lange "nachgelaufen", dass ich das Prüfen dann abgegeben habe.

Wie ist das bei euch? Wägt ihr ab? Was sind für euch Gründe, euch darauf einzulassen?
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Re: Filme, Bücher mit Thema Gewalt, Mißbrauch

Beitrag#6von tara » 8. Feb 2016 21:47

Ganz ehrlich?
Ich beschäftige mich gar nicht mehr damit. weder anhand von Büchern, Filmen, oder sonstigem.
Wenn mir etwas durch Zufall, z.B. in der Zeitung in die Finger kommt, lese ich es, spreche auch darüber, aber mehr nicht mehr.
Irgendwie ist das Thema für mich "vorbei".

lg
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